Gästebücher auf Webseiten

Buch

Bei Gästebüchern habe ich oft das komische Gefühl, daß sie vor allem für die Selbstdarstellung der Gäste herhalten müssen. Besonders die Gästebücher, in denen man sich über ein Formular automatisch eintragen kann, verleiten einige Besucher offensichtlich dazu, sich dort mit unpassenden Eintragungen zu verewigen. Dann ist z.B. zu lesen:

  • ich hasse Bill Gates…
  • kommt alle auf meine neue sensationelle Homepage…
  • der Internet Explorer ist 100mal besser als Netscape…

Dann gibt es da noch die besonders üble Sorte der Neidhammel, die es nie geschafft haben, selbt was Vernünftiges auf die Beine zu stellen und nun glauben, mit zighundertfach reinkopiertem geistlosen Müll etwas Gutes zerstören zu können. Gott sei Dank kommt das aber wohl eher selten vor.

Meistens entsprechen die Gästebücher dem Niveau der Homepage. Pflegt der Webmaster auf seiner Homepage eher eine primitive Sprache, so spiegelt sich das häufig auch in seinem Gästebuch wieder. Ähnliches gilt übrigens für die immer zahlreicher werdenden Foren.

Aber dies soll hier kein Plädoyer gegen das Gästebuch werden. Beiträge in Gästebüchern von Parteien oder Fußballvereinen z.B. fordern oft Widerspruch und Kampfeslust geradezu heraus. Und das ist gut so und auch ganz amüsant. Auf hirnlose Wutausbrüche und ehrverletzende Beleidigungen, die im normalen Alltagsleben juristische Konsequenzen nach sich ziehen würden, sollte eigentlich verzichtet werden. Aber in der Anonymität kann aus jedem Bettvorleger schon mal ein brüllender Löwe werde. Ist vielleicht auch irgendwie menschlich.

Am besten finde ich eigentlich ein vom Webmaster selbst gepflegtes Gästebuch, in dem dieser zu den Eintragungen meistens noch einen eigenen Kommentar abgibt. Und blödsinnige Beiträge gleich wieder entfernt. Blödsinnige, nicht kritische.